Hoch die Hände ohne Ende: Unser 4-Täger

12.02.2018

Hoch die Hände ohne Ende: Unser 4-Täger

Hinter uns liegt ein Hammer-Wochenende. Und hier kommt der Beschrieb. Von A wie Appenzell bis Z wie «zurück zur Realität».

Wo soll man nur anfangen? Am besten ganz vorne. Beim Schminkplausch im Werkdienst. Dort fanden sich die Schränzer am SchmuDo-Abend in fröhlich-heiterer Stimmung zur traditionellen Beauty-Session inkl. Hautentfeuchtung ein. Wie immer eine Wohltat. Und sogar für passendes Schuhwerk war gesorgt. Der in Appenzell eingeschleuste Undercover-Agent hatte uns nämlich bereits am morgen auf rutschige Verhältnisse vorbereitet.

Los ging es also mit Bus und Auto über den Ricken. Die Vehikel schnell vor der Brauerei (man soll ja nahe bei der Quelle bleiben) abgestellt, machten wir uns schon auf zum ersten Auftritt in einem weitgehend verwaisten Festzelt. Dann ging es Schlag auf Schlag. Apéro, Auftritt zwei, kurze Pause, Auftritt drei. Fazit: Zwei solide und eine wacklige Leistung. Da lag noch was drin für den Rest des Weekends.

Eine Altstadt macht noch keine Fasnacht

Weiter ging es am Freitag mit dem Guggertreffen in Lenzburg AG. Eine Fahrt ins Unbekannte, hatte doch keiner von uns je zuvor dort geschränzt. Auf die unspektakuläre Vorahnung folgte eine umso beeindruckendere Kulisse: Mitten über die Hauptgasse der malerischen Altstadt am Fusse des Burghügels lief der Sternmarsch kurz und knackig. Aus Erfahrung eine sehr gute Voraussetzung für einen Versumpf-, auch genannt Gala-Abend. Nur etwas fehlte: Das Publikum. So war beim Guggertreffen der Name Programm. Ausser den Guggern war nämlich kaum jemand zu sehen. Nun könnte uns dies alleine kaum von einem lustigen Abend abhalten (siehe Gams). Eine geschlossene Bar aber schon. Als man uns also direkt nach dem doch sehr passablen Auftritt kein Bier mehr aushändigen wollte, war klar, dass der Abend an einem anderen Ort weitergehen muss. In Goldingen. In Gommiswald. Oder ganz einfach im Bett. 

Fasnacht von früh bis früh.

Am Samstag stand eine Tour de Linthgebiet an. Zuerst gings hoch ins leicht angezuckerte Goldingen zum Kinderumzug. Und so betätigten sich die Schränzer am dritten Tage endlich auch mal wieder sportlich; der Anstieg vor dem Umzug hat es bekanntlich in sich. Aber für die geschwächten Herzen der Tagestouristen hatten die Bergler natürlich vorgesorgt: Als Belohnung für die Strapazen versüsste uns ein breites Getränkeangebot die Wartezeit. Do-it-yourself-Wald-Gout inklusive.

Nach dem doch spärlich besuchten Umzug, fanden wir die vielen vermissten Fasnächtler in der Turnhalle wieder. Hier gaben wir – nach einer kurzen aber intensiven Becherturmbauaktion – eine Kostprobe unseres Könnens. Und was für eine. Danach ging es zurück ins Tal zu Antonias 40igstem Geburtstag. Ein kurzes Ständli später wurden wir mit Speis und Trank im Guggen-eigenen Festzelt verwöhnt, bevor es weiter an die Sackgass nach Schänis ging. Vielen Dank an dieser Stelle.

Dort angekommen gab es Erfreuliches für jeden Geschmack: Ein gross angelegtes Feuerwerk zum Umzugsstart, ein mehrachsig abgefahrener Wagen der Gschiiribuebä (nur für starke Mägen), eine riesige Discokugel und reichlich junges Gemüse. Einen Umzug später startete der erste Auftritt des Abends beim Rathaus. Weisswein gab's trotz wunderbarem Kanon keinen. Man musste sich also selbst Getränke beschaffen. Und machte darum schon bald das Festgelände unsicher. Gespannt verfolgten wir, wie die Hüter des Gesetzes bis aufs Turnhallendach für Zucht und Ordnung sorgten und erfreuten uns an den Cheerleader-Accessoires einiger G. Rütter* genannter Besucherinnen. Der letzte Auftritt hatte es dann nochmals in sich. Einigen Zuhörern gefiel es so gut, dass sie sich gar nicht von der grossen Bühne fortbewegen wollten. Oder gar gleich selbst Hand an Ediths heilige Cinellen legten. Was wohl ein gutes Zeichen sein muss.

So neigten sich der Abend und die Heimfahrtmöglichkeiten dem Ende zu. Was viele Schränzer nicht davon abhielt, bis ins Morgengrauen weiter zu feiern. Den Taxifahrer-Verband wirds freuen.

Feucht. Und doch fröhlich.

Der Sonntag war dann von der feuchten Sorte. Und von der fröhlichen. Schliesslich lassen wir uns von einem Gemisch aus Schnee, Regen, Schnee, Hagel und doch wieder Regen nicht die Laune verderben. Ein letztes Katerschminken und schon ging's los nach Kaltbrunn. Den Umzug trotz einiger mechanischer Posaunenprobleme souverän bestritten, folgte der wohl kürzeste RSE-Auftritt seit langem. Ine – 2 Stückli – use – Schluss. Man will ja am Sonntag nicht den Tatort verpassen. Oder doch. Die letzten Mohikaner nisteten sich traditionell im Festzelt ein und liessen das Wochenende intensiv ausklingen. Schliesslich hat man nun ja eine ganze Woche Zeit um sich zu erholen, bevor es in Wald und Wädi auf zum wohlverdienten Schluss-Gugg geht.

Ich freu mich drauf. Und pflege bis dahin fleissig Kopf und Hände.

Nemo, 14.02.18

*Name der Redaktion bekannt.

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